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November.09

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Neue Berichte der Saison 10/11 !!

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Noch mehr lustige Geschichten gefällig? Hier gehts zum Buch:

Laktatexress - Im Tal der Ortschildsprinter.

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Oktober.10 Das Interview mit Contadochnixdafür

Seit wir vom Laktatexpress eine ordentliche Presse- und Journalisten Lizenz haben - mischen wir mit im Konzert der Großen. Und deswegen haben wir uns aus aktuellem Anlass einmal mit dem diesjährigen Tour de France Gewinner getroffen und der hat ein bisschen aus dem Medizinköfferchen geplaudert…

„Herr Contador, wie sollen wir sie anreden? Größter TdF Held aller Zeiten, oder Contador, oder kollegial Alberto?“ „Nennen Sie mich einfach AC. Alle meine guten Freunde und Hausärzte nennen mich AC – aber ich möchte diesem Interview vorwegnehmen, ich bin unschuldig“

„Äääh, ja sicher. Was hat sie denn dazu bewogen diese Nummer mit dem spanischen Rindfleisch zu behaupten?“„Da kann ich wirklich nichts dafür, die Ausrede hat mir der UCI Präsident empfohlen. Ich sollte die Nummer mit der Verunreinigung durchziehen, eine nicht unbeträchtliche Geldstrafe in kleinen Scheinen auf ein Nummerkonto in Aigle überweisen, und dann wär die Sache geritzt gewesen. Ganz so wie der Lance das vor Jahren gemacht hat. Aber leider sind mir ja diese blöden teutonischen Journalisten dazwischen gekommen und haben alles an die große Kuhglocke gehängt – seit ihr nicht auch deutsche Journalisten?“ „Äääh, nein, Nordschweiz sozusagen – Elfringhauser Schweiz! Aber mal ehrlich, die Sache mit dem Kälbermastmittel ist jetzt doch ziemlich peinlich, oder?“ „Wie gesagt, ich bin unschuldig, kann ich doch nicht ahnen das das Vieh Asthma hatte. Und unter der Sauce Bernaise war das echt nicht zu schmecken!“ „Wie hatten sie es bestellt?“ „Blutig natürlich - und im Beutel – mit Pommes und Gemüsebeilage, aber wie gesagt ich bin unschuldig. Und wenn nicht, wird mich mein Sportminister Jaime Lissawetzki mit der Nationalgarde da raus pauken, das hat bisher immer funktioniert.“

Ja - das glauben wir Euch Halbinselaffen ungesehen.

„Ist es nicht erstaunlich, das Spanien in fast allen Sportarten führend ist? Handball, Nadal, Formel1 und nicht zuletzt Fussball WM Halbfinale?“ „Tja, wir haben eben überall so gute Rindviecher rumstehen. Auf der Weide, in der Abwehr, und auch am Horizont. Allein die Osborne Reklame..“ „Meinen Sie, Herr AC, das der Trainingseffekt eines durchschnittlichen „Speedgruppe Mallorca“ Trainingslagers eigentlich nur von dem kontaminierten Kalbfleisch in der Hürzeler Hotelküche kommt?“ „Ich kann ihnen versichern, in den mallorquinischen Buffett Würstchen ist soviel Fleisch wie in den Brötchen, so ein bisschen Regenerationsförderer ist bei unserer Agrarwirtschaft aber immer drin, hebt den Nationalstolz auch in Zeiten der Immobilienkrise…und das allein beweist dass ich unschuldig bin, ich bin einfach Spanier“

„Jetzt sind in Ihrem Blut aber leider auch noch ecklige Plastikrückstande gefunden worden“ „das war nicht mein Blut..“ „ja aber es war zum Zeitpunkt der Entnahme wenigstens kurzfristig in Ihrem Körper, wie erklären Sie sich das. Als Kind zuviel an Lego genuckelt?“ „Also mein Bruder Fran meint, es wäre der CamelBack gewesen, den ich mir von ihm für eine MTB Tour geliehen habe. Ich denke eher das es von den Kondomen kommt, ich bin von den ganzen Testosteron Pflastern immer so rallig, da kann da schon mal was Latex in die Blutbahn kommen.. und der Dick Pound meint übrigens es war die Folie in die das Rindfleisch eingeschweißt war – sie sehen, egal was es war, ich bin auf jeden Fall unschuldig!“

„Wenn Sie jetzt von der UCI gesperrt werden, was werden Sie dann tun?“ „Ich denke, ich werde nicht gesperrt, und wenn dann nur für 3 Monate über die Winterpause, ach ja und die Kriterien wo ich Geld verdiene sind von der Pause natürlich ausgenommen. Da ruht dann die Pause.“ „Wie kommen Sie auf die Idee das sie damit durchkommen??“ „Simple spanische Mathematik! Eine Zweijahresstrafe für andere Nationen bedeutet das ich als Spanier davon nur die Hälfte verbüßen muss, davon die Quersumme, nach unten abgerundet – und dann berufe ich mich noch auf die Kronzeugenregelung. Ich kann vor dem CAS Gerichtshof den Namen der Kuh und das Geburtsdatum des Koch preisgeben. Damit leiste ich einen bedeutenden Beitrag zur Aushebung des berühmten andalusischen Chorizo Dealerrings! Und drei Monate ist Quasi nix, lohnt sich kaum die Sperre - ich bin quasi unschuldig!“

Hasta la Vista – mit Katrin Krabbe auf der Pista…

„Jetzt sind Sie ja was Doping angeht eigentlich ein Serientäter, wir können uns alle gut daran erinnern, daß Ihre Initialen AC auch in den Fuentes Akte standen…“ „Für Sie immer noch Herr Contador, bitte!!“ „..das würde bei der klitzekleinsten Menge an Clenbuterol bedeuten: lebenslängliche Sperre!“ „Ich werd gleich ungemütlich: wenn ich auch nur einen Tag gesperrt werde, werde ich dem Radsport meinen schmalen Rücken kehren! Die von der UCI sollen sich ja nicht trauen mir was anzuhängen, ein Tag Sperre und ich mache was meine Mama gesagt hat. Ich zerknülle meine Lizenz in tausend Teile, ich trete zurück!!“ „Wirklich, Oberindianer Ehrenwort? Sie treten zurück? Und nicht nur so wie der Cipollini oder Winokourov um die Strafe zu umgehen und nach zwei Jahren wieder Blödsinn im Peloton zu treiben? So richtig für immer – und auch keine Jedermann Rennen und RTF mehr? Na super, Herr Alberto AC Contador, dahammernixdagegen, dann auf nimmer Wiedersehen…

..und Tschöh mit Ö! Wie der Ronsdorfer so schön sagt!“

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September.10: Der Schlauch der Erleuchtung

Unter Experten geht man bei ca 10.000 Stunden hartem Training davon aus, das der entsprechende Mensch in seiner Entwicklung den Status des „Meisters“ erreicht. Zehntausend! Ob Schachspiel, Golf, Tennis oder Beruf - erst nach eben dieser Zahl erreicht der Mensch seine Höchstleistungsfähigkeit. So – jetzt mal alle schnell eben im Trainingstagebuch nachgeblättert – und zehntausend? Nicht Jahreskilometer!! Stunden. Macht bei 500 Jahresstunden entsprechend etwa 15.000 Jahreskilometern satte 20 Jahre. Aber keine Angst, nicht jeder Mensch ist Radsportgroßmeister, und muss es auch nicht werden um bei Radfahren glücklich zu sein.

Wichtig ist vielleicht doch ein Ausblick, wie es weiter geht - wenn man der radsportlichen Vollendung entgegenstrebt. Hier die Stufen der Entwicklung:

Stufe01: TORHEIT

Du hast das Radfahren für Dich entdeckt! Das Rad Deines Vaters, Bekannten oder Mitstudenten hat es Dir angetan. Du rockst mit weißem T-Shirt die Landstrasse. Tauchen vor Dir andere Radfahrer auf bist Du dreifach motiviert. Du knallst an Ihnen vorbei, solange Deine Beine die Hakenpedale berühren. Wenn Du einen Platten hast, gehst Du in einen kleinen verbauten Radladen, da steht ein dicker kleiner Mann drin, der redet wirres Zeug und wechselt den Reifen missmutig und für unfassbar teures Geld. Aber sonst? Die Sonne scheint, die Welt ist schön, Radfahren macht unendlich Spass! Behalte diesen unverbrauchten, von Zen Meistern „Anfängergeist“ genannten, Status in Kopf und Herzens. Du wirst diese Unbekümmertheit brauchen - um mit einer gewissen Portion Unwissenheit und unverbrauchter Freude später die größeren Hürden des Radsport zu nehmen.

Stufe 02. REIFE

Du hast Dir Klickpedale gekauft und bist zur ersten Ampel gekommen. Sonst sind die Dinger der Hammer! Du weißt jetzt das ein Rennrad sich von anderen Rädern durch die Lenkerform unterscheidet. Den unteren Teil des Lenkers hast Du jetzt auch schon ausprobiert. Am Wochenende hast Du Dich bei einer Truppe ans Hinterrad gehängt, die musste von der Tour d’ France gewesen sein. So bunt waren die – und hatten Werbung vom örtlichen Bäcker auf dem Hintern. Du hast Dir ein blau-schwarzes Gore Trikot gekauft, und eine Regenjacke die laut im Wind flattert. Die Hose mit Sitzpolster lässt Dich hoffen das Du jetzt wirklich ein richtiger Radfahrer bist. Die Schutzbleche hast Du abmontiert, aber Du willst mehr. Du drückst Dich bei dem dicken Radsporthändler rum und fragst ihn interessante Sachen. Da erfährst das der Typ gemuffte Stahlrahmen auf Mass herstellt und findest das dann doch etwas antiquiert. Ein Freund von Dir hat was von dickrohrigen Alurahmen erzählt, das sollte es dann doch schon sein. Du entdeckst in Deiner Gegend schöne Ecken und wundervolle neue Strassen. Deine Freundin findet das blöd, Dir ist das egal, sie soll froh sein das Du abgenommen hast und jeden Abend über beide Backen strahlst. Am Ende des Sommers jubelst Du, der Tacho von Tchibo zeigt nach einer Tour erstmalig eine dreistellige Nummer. Du machst ein Foto davon.

Stufe 03. ERKENNTNIS

Du bist am Wochenende durch Zufall in eine lustige Veranstaltung geraten. Auf einem Schulhof trafen sich andere Radfahrer in eindrucksvollen Klamotten und fuhren gemeinsam eine Runde. Obwohl, richtig gemeinsam war das nicht. Jeder durfte starten wann er wollte, und die die gemeinsam starteten wollten partout nicht gemeinsam fahren? Aber Dir war das egal, der neue Alurenner ist der Oberhammer. An der ersten Verpflegung verlierst Du leider die Gruppe mit der Du gestartet bist, irgendwie komisch. Aber egal, die Tour geht durch wunderschöne unbekannte Landschaften und Du musstt eine Stempelkarte mit Dir führen und darfst mysteriöse Punkte sammeln. Am aufgeregtesten bist Du über die Startnummer. Du hast sie aufr dem Rücken befestigt ohne dieses Auszuziehen. Die Könner fahren mit der Nummer hinten am Sattel. Am Ende der 150 Kilometer bist Du fix und fertig. Und das obwohl Du den gesamten Winter über artig im Studio zum Spinning gegangen bist? Ein Rentner mit braunen Waden und schneeweißen Socken fährt seit 20 Kilometern neben Dir und erzählt von einem exotischen Rennen in Trondheim, das muss noch größer und berühmter sein als die Tour d’ France. Du hörst kaum noch hin, denn Du fühlst Dich als würdest Du gerade auf allen vieren durch den Gotthart Tunnel schleichen. Im Ziel schnappst Du Dir eine Bratwurst und nimmst Dir vor, den Rest der Saison mit einem Trainingsplan aus einer Radsportzeitschrift an Deiner Form zu feilen. Und Du kaufst Dir direkt von einem fliegenden Händler einen Satz neue bunte Reifen. Testsieger soll das Modell sein. Damit wirst Du am nächsten Wochenende wieder bei so einer Veranstaltung auftauchen. Irgendjemand hat Dir erzählt das da um 6.30 eine „Spitzengruppe“ losfährt. Du stellst Dir den Wecker..

Stufe 04. WISSEN

Der dicke kleine Radhändler kann Dich mal, Du hast Dir ein Tour Abo gekauft und weißt es besser. Abgesehen davon das es die Teile aus seiner Vitrine zum Bruchteil des Preises bei einem bekannten Online Auktionshaus gibt. Da kann der Kerl erzählen was er will, von wegen früher Profi und alle Profis beim Vornamen kennen. Du kennst auch jemand, der einen kennt der sogar Lizenzrennen fährt! A, B und der Bekannte sogar C. Das muss die höchste und härteste Klasse sein, sagt zumindest Dein Freund. Du dagegen hast Dich für ein Jedermann Rennen angemeldet. Und Du trainierst dafür. Zielgerichtet und eisenhart. Denn Du weißt: von nichts kommt nichts. Und für dieses Jahr gilt das alte östereichische Radsport Motto: KUK - Karbonteile und Konditionsbolzen! Du bist sogar für eine Woche mit Freunden in ein Trainingslager nach Mallorca geflogen. Deine Frau hat gemault, dabei sind die Leute in dem Hürzeler Hotel doch alle ganz nett und reden gerne über die Dinge die Dich auch interessieren? Der Stufentest verlief positiv, Du hast nur noch ein leichtes Kraft/Gewicht Problem und eine Grundlagenlücke, aber das wird schon sagt der Trainer. Im Training richtest Du Dich zuversichtlich strikt nach Deinen Pulswerten, egal ob Lücken hinter oder vor Dir entstehen. Denn Du weißt, ein Pulsschlag über der Schwelle und Dich ereilt auf der Stelle der Blitz des Übertrainings. Derweil beschäftigst Du Dich stundenlang abands mit Deinem Trainingstagebuch – und Du bestellst auch noch die Procycling als Abo und linst nach einem schönen Platz für den Rollentrainer im Wohnzimmer. Das wird Deiner Frau dann doch etwas zu bunt, Du schenkst Ihr ein gemeinsames Wellness Wochenende im Harz am Ende der Saison und wähnst alles in bestem Hirschtalg.

Stufe 05. KLUGHEIT

Dein Terminkalender ist mit dicken Kringeln übersät. Die Jedermann Rennen sind unbestreitbare Höhepunkte Deines Radfahrerlebens. Um in Form zu kommen bist Du in einen Verein eingetreten und hast eine Lizenz gelöst. Du könntest von der Leistung her sicher schon eine Klasse höher fahren, belässt es aber beim Abgreifen von ein paar Prämien. Sagst Du zumindest zu Deinen Kollegen, probiert aufzusteigen hast Du noch nicht. Insgeheim freust Du Dich allerdings auch auf den Wechsel in die Senioren2. Dein Training läuft inzwischen GPS/Wattgesteuert, Pulsmesser ist was für Anfänger. Du kennst einen echten Radprofi und der kennt wiederum jemanden bei der Tour d’ France. Das gibt Dir Anerkennung in der Trainingsgruppe. Sowieso bist Du ein wattstarker Hauptakteur der Donnerstag Abend Trainingsrunde, das Ortschild von Dohrgaul gehört Dir, das wissen auch alle um Dich herum. Zur Belustigung fährst Du mit Kollegen ab und zu eine RTF und bläst alle Rentner weg, wo Du bist ist die Spitzengruppe! Ab und zu gehst Du noch zu dem dicken Radsporthändler und unterhältst Dich mit Ihm über handgelötete Stahlrahmen. So ein klassisches Bahnrad wäre schon nicht schlecht.. Stehen ja erst 5 Räder in Deiner Garage. Da ist nämlich gerade Platz, weil Deine Frau hat Dich verlassen weil beim letzten „Quality Weekend“ ein mitteilsamer Radkollege ins Kerzenlicht Dinner im Romantik Hotel platzte. Dir ist das egal, denn Du träumst gerade davon einem Schweizer Sammler eine feine Sammlung restlos aller "Tour" Magazin Ausgaben abzukaufen. Nächstes Jahr willst Du die 400 Watt bei der SpiroErgometrie knacken und 5 Kilo leichter sein, weil Du hast Dich mit Partner bei der Transalp Challenge angemeldet. Top 15 muss sein!

Stufe 06. VERWIRKLICHUNG

Das mit den Rennen nimmst Du weiterhin ernst, aber Du hast gemerkt, es gibt noch andere Dinge als Radsport. Und so versuchst Du alles unter einen Hut zu bekommen. Es darf auch mal wieder ein Training ausfallen, Regeneration ist eine der Zauberwaffen die Du für Dich entdeckst. Und wenn beim Dienstagtreff mal wieder so ein Jungspund am Horn zieht, lass ihn, der kommt sowieso nicht weiter als 10 Meter vor die hetzende Gruppe. Deine Erfahrung wird zu Deiner stärksten Waffe. Du kennst ne Menge Freunde im Peloton die Dir noch eine Gefallen schuldig sind, Du weißt wo eine Windkante droht und Du kennst die Punkte wo man beim Kuppensprint vorne sein muss. Die Ergebnisse in den Rennen leiden nicht unter dem Tick weniger Aufwand den Du betreibst. Wobei hier ist alles relativ. Nur weil Du jetzt knapp unter 20.000 Km im Jahr schrubbst bist Du noch lange kein Normalsportler. Aber Du suchst nach Abwechslung. Ein Zeitfahrrad, warum nicht. Ein Crosser steht sowieso schon rennfertig im Keller und wartet auf die Wintersaison. Schlauchreifen aufkleben ist für Dich eine neue Erfahrung; und Freunde kommen zu Dir um von Deinem reichhaltigen Erfahrungsschatz als Teilzeitmechaniker und auch von deinem immensen Ersatzteilelager zu partizipieren. Radfahren ist für Dich Teil Deiner Lebenseinstellung. Egal wie sich Dein Leben entwickelt, es wird Teil Deines Lebens bleiben, das weißt Du nur noch nicht zu diesem Zeitpunkt. Du bist weiterhin froh das ein paar neue schauderhaft aussehende Pokale pro Jahr Dein Wohnzimmer ausstaffieren, und der Unterschied zu Deinen Vereinskollegen ist, das Du ein Leadertrikot im Schrank hängen hast wo andere Finishershirts sammeln.

Stufe 07. WEISHEIT

Die Tour d’ France schaust Du nicht mehr so intensiv, obwohl ein bekannter Jungspund den Du zum Radsport gebracht hast da mitfährt. Was im Profi Radsport abgeht weißt Du, weil Du hast selbst mitbekommen was Leistungssport bedeutet. Deswegen hältst Du die Klappe und schweigst. Wenn Du eine RTF mitfährst, rollst Du unauffällig in der Spitzengruppe und lässt Dich dezent an der letzten Verpflegung zurückfallen. Was Du von den Heißspornen herum hältst sagst Du niemandem. Deinen Pulsmesser hast Du seit anderthalb Jahren nicht mehr benutzt. Die SRM Kurbel verrottet ohne Batterie an Deinem verwaisten Rollentrainer. Radsport ist für Dich Gefühlssache geworden. Ortschilder und der ein oder andere Sieg bei Rennen sind immer noch Ehrensache. Aber Du trainierst da nicht mehr drauf hin, was sich ergibt ist gut. Was nicht ist auch egal. Deine Trittfrequenz ist vorbildlich, Deine Bewegungen auf dem Rad sehen locker und flüssig aus. Du hast immer noch rasierte Waden weil es einfach in Verbindung zu weißen Socken geil aussieht, das erwartest Du auch von anderen Radsportlern. Wenn so ein Typ im wehendem weißen T-Shirt an Dir vorbeihechelt, ziehst Du inzwischen eher sanft die Bremse als ihn mit Leichtigkeit zu versemmeln. Alle in der Gruppe wissen das Du alle in Grund und Boden fahren könntest - wenn Du nur wolltest. Das hilft Dir leichte Konditionslücken mit geschickten Bluffs zu kompensieren. Deine Frau ist nach kurzem aber heftigen Krach zurückgekehrt oder Du hast sogar eine neue Liebe gefunden die Deine wachsende Begeisterung für Titan Massrahmen respektiert oder sogar teilt. Du gehst öfter bei dem dicken kleinen Radhändler vorbei, führst tiefgreifende Fachgespräche über Messeneuheiten - weil Du warst persönlich auf der Eurobike - und bekommst inzwischen sogar 10% Rabatt auf Neupreis.

Stufe 08. VOLLKOMMENHEIT

Der neue Colnagorahmen steht bei Dir im Wohnzimmer. Ernesto persönlich hat ihn Dir überreicht. Der Merckx Carbonrenner Prototyp von übernächster Saison war im Feeling nicht so 100%, außerdem hat Eddy sich jetzt lange nicht mehr telefonisch bei Dir gemeldet. Du bist glücklich, arbeitest inzwischen für eine Radsportfirma und geniesst in Deiner vielen Freizeit das Radfahren und das Leben gleichteilig. Zu allem Überfluss schreibst Du eine Kolumne für ein örtliches Radsportmagazin. Am Wochenende fährst Du gerne mit Freunden eine Runde, oder mischt Dich unauffällig unter das Radtouristik Volk. Den jungen Radlern erzählst Du ab und an ein paar Schwänke aus Deinem an Ereignissen reichhaltigen Radfahrerleben. Nostalgie mischt sich schon ein wenig unter Deine Stimme wenn Du vom ersten Mal Trondheim-Oslo in der Spitzengruppe erzählst. Aber so überlange Sachen ab 300 Kilometer machst Du jetzt ja nicht mehr. Das muss nicht sein. Obwohl, Du ärgerst Dich schon wenn der A- Fahrer aus der Vereinsjugend 3 Sekunden vor Dir den Hausberg erklommen hat. Da hättste früher nur mit dem Pedal schnippen müssen da wär der fliegen gegangen. Aber egal, der Rest der Truppe folgt in wohltuendem Abstand und Du gibst Dein Wissen gerne an wissbegierige jüngere Radfahrer oder Deine eigenen Kinder weiter. Du beherrscht Deine Räder, Münder weit aufgerissen wenn Du Dich leicht gleitend in den Sattel schwingst., Deine legendären Spaghettirezepte sind weit bekannt, und nur Du bist der wahre Meister am abendlichen Grill. Du hast ein ganzheitliches Gefühl für die Gruppe entwickelt, Du merkst am kleinen Zeh wenn hinten in der Trainingsgruppe der Kontakt abreisst. Auf wundersame Weise hältst Du eine vollkommen inhomogene Truppe Rennradler auch bei 5 Stunde „Locker und Flach“ durchs Bergische zusammen. Radsport ist für Dich Dein Leben, und ohne Dich wäre der Radsport auch um eine klitzekleine Anekdote ärmer. Du hast einen Trail nach Deinem Namen benannt und an einem Anstieg stand einmal Dein Name von wildfremden Personen in Kreide geschmiert. Du weißt das Testsieger nichts bringen. Deine Bekannten sagen Dir immer: „Wenn Du frühzeitiger zum Radsport gekommen wärest wärst Du ein ganz großer geworden“. Das schmeichelt Dich, aber Du und Dein Radhändler, ihr wisst das da noch eine gewaltige Ecke gefehlt hätte - und Du bist froh, weil Du durch den späten Einstieg immer noch das Gefühl hast das Du Dich im Radsport stetig weiter entwickeln kannst: mit 7stelligen Kilometerzahlen als Erfahrung und immer einer Prise Anfängergeist!

Stufe 09. ERLEUCHTUNG

Du sitzt wie ein Buddha in einem kleinen verwinkelten Laden und Deine radsportliche Ausstrahlung leuchtet deutlicher aus Deinen Augen als die Neonreklame über dem Schaufenster. Deine Leidenschaft für Stahlrahmen ist soweit gegangen, das Du selber jetzt Massrahmen baust und Dich für den besten Lackierer von Mittelerde hältst. Radsport betreibst Du kaum noch, ist doch alles Kindergarten was die Profis da gerade liefern, „damals fuhr ich mit 53/11 den Tourmalet hoch..“. Der wahre Film läuft bei Dir im Kopf ab, Paris, Roubaix, Sölden Oslo? Du warst schon überall, und überall vorne dabei. Dein Wissen über Radsport ist unermesslich. Kommt ein Radsportjünger zu Dir, will ein blau lackiertes Rad erstehen und fragt nach der richtigen Rahmengröße? Du gibst im ein rotes Rad aus Deinem Bestand und sagst weise: „nimm und mach halt den Sattel ganz rein, und rot? Das wird bei Deiner Fahrweise schon passen!“ Und weil Du so erleuchtet bist, geht der Kunde zufrieden aus Deiner Ladentür.

Und wenn dann mal wieder ein blutiger Radsportanfänger mit weißem T-Shirt vor Deine Theke tritt, packe Deine Weisheiten aus der wahren Welt des Radsports in einen unscheinbaren Pappkarton. Möge die unendliche Information des Cyclismo per Hautkontakt an die folgende Generation weiter gegeben werden. Vor allem - vertick ihm den ordinären Fahrradschlauch als Träger dieser wertvollen Information mindestens für 15 Euro!

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August.10 Test: Der Spiegel am Hornlenker..

Eigentlich hat ja jeder ein Rennrad. Mountainbiker zum Training, Papa zum Brötchenholen, Triathleten zum Überbrücken der Distanz von Schwimm zur Laufstrecke.. aber was unterscheidet den richtigen, den wahrhaftigen Rennradler vom rennradelnden Mountie, feucht träumenden CouchPotato oder amtsanmassenden Tourenfahrer mit BDR Wertungskarte? Hier eine hemmungslose Selbstbefragung:

Du bist ultimativ Rennradler, wenn..

… du den Ventoux für den höchsten Berg der Erde hältst

… du denkst das Storck eine innovative Bike Company ist

… du bemerkst das MTB Marathon Rennen doch eine andere Form der Kraftausdauer erfordern.

… du doch Randstein und Brustbein schwören könntest du hättest die Spitzengruppe nach 10 Minuten noch gesehen

… du beim Wort Ötztal nicht als erstes an ApresSki denkst

… du schon einmal erstaunt festgestellt hast das die Hose wundersamerweise noch vollkommen intakt ist, während die Haut darunter grossflächig abgeschabt ist

… dir schon mal jemand während der Fahrt Dein vorderes Laufrad mit seinem Hinterradschnellspanner ausgespeicht hat

… du bei ebay schon einmal auf eine SRM Kurbel geboten hast

… du schon mehr als einmal versucht hast ein paar gebrauchte Lightweight zu ersteigern

… du dir vorstellen kannst das die beiden Komponenten gut zu deinem Winter/Trainingsrad passen würden

… du den Tour Trainingsplan auswendig kennst

… du deine Reifen nach dem Tourtest kaufst, obwohl Du mehrfach im Vergleich zu deinen Kollegen die Erfahrung gemacht hast das der alte andere Reifen leichter rollt

… du dir schon mal einen Partner für die TourTransalp gesucht hast

… du eine xbeliebige Mallorca Landkarte mit den Hürzeler Routen ergänzen könntest

… du mindestens einen kennst der einen Profi Radfahrer kennt

… du im Gespräch mit weiblichen Mitarbeitern gehaltvolle Tips zum Thema Beinrasur geben kannst

… du weißt was eine Wurzelbürste ist

… du Pizza nicht nur für was zum Essen hältst.

… du mindestens ein schwarz/weiß Bild von deinem Schultereckgelenk hast

… dir bewusst ist das Clavicula nicht nur eine sündteure Karbonkurbel ist

… du im November mit Inbrunst auf der Couch abhängst und denkst: Ulle macht das auch - und das ist gut so!

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Juli.10: Die Bahn kommt.

Max war eine Kanone, in der Ebene zumindest, wenn es kerzengeradeaus ging. Seine Bestimmung zum Rouleur war unverkennbar. Es war aber weniger seiner recht normalgewichtigen Figur noch seinem Talent zu dicken Oberschenkeln und hoher Laktattoleranz geschuldet. Es war einfach die Tatsache, dass er bergab nicht um eine Kurve herum kam. Und in der Ebene auch nicht. Bei C- und Jedermann Rennen war er dauernd damit beschäftigt an jeder Ecke hinter dem Feld herzujagen. Das macht tempohart und antrittsstark.

Uns Lutschern aus der Radsportgruppe war das egal. Max kam immer von hinten. Manchmal etwas später, aber er kam. Und danach war definitiv Alarm auf der Windkante, wie beim ICE von Frankfurt nach Köln, das gefiel uns allen. Passend war Max Nachnahme: Bahn, Max Bahn. Deswegen der geflügelte Spruch: die Bahn kommt! Und wenn er dann mal wieder Anschluss gefunden hatte wurde hinter seinem gebeugten Rücken des Öfteren geunkt: "der wird mal ein ganz großer Triathlet - die können ja alle keine Kurven"

Offen sagen wollte ihm das keiner, denn Max konnte wirklich Löcher zu drücken, wo ein Vereinsfahrer schon resignierend sagt "die Spitzengruppe war noch zu sehen". Und mit so einer Lokomotive verscherzt man es sich nicht gerne im Peloton, aber Triathlet zu sein wünscht man nicht seinem schlimmsten Wettkampfgegner. Wir sahen Max schon in bauch- und schulterfreiem Oberteil mit Armlingen, das ging gar nicht, denn Max war noch jung. Noch nicht mal Senior 1,5! Und deshalb beschlossen wir etwas zu tun.

Wir gingen zu einem Radsport Spezialisten. Bekannt für die harten Kurven Allergiker Fälle. Er schaute sich Max auf dem Rad kurz an und meinte: "klarer Fall, mehr Druck auf das kurvenäußere Pedal. Und dann noch ein paar Kleinigkeiten: den Aerolenker ab, den Sattel mit der Spitze zumindest hinter das Tretlager, die Sattelstütze um die Winzigkeit von drei Zentimeter rein und die Überhöhung von Lenker zu Sattel nochmal auf unter 10 Zentimeter reduziert und unser Max geht in Radien ab wie Schmitz Katze. Aber bei einer Komponente auf dem Rad, da kann ich Ihnen nicht helfen, die ist nicht nur zum Helm festhalten gedacht, hier ist meine Überweisung."

Zwei Tage später latzen wir die fälligen 10 Euro Startgebühr beim Psychologen. Der nahm Max erstmal in die Mangel, verdrängte Kindheitsträume bei Jugendrennen, Schlafprobleme vor Abendkriterien, akutes Aggressionspotential bei Angesicht von Gelbjacken.. das gesamte Freudsche Analyse Program was heutzutage im Hobbyradsport zur Verfügung steht. Der Psychologe riet nach kurzer Beratung zu einem positiven Anker. Positiver Anker ist so was wie negativer Federweg. Von beidem haben wir alle schon mal gehört und keine Ahnung - es soll aber was bringen.

Der positive Anker für Kurvenfahren war eigentlich ganz einfach, der Psychodoktor erwartete von Max, dass er sich fühle wie eine Schlange. "Sei eine Schlange!" Max sah anfangs auf der Psychocouch eher aus wie das berühmte Kaninchen - aber dann machte er die Schlange ganz cool: "Ssssss- ich bin die Serpentinenschlange mit dem gespaltenen Regenpneu!" "Gut so Max" meinte der Hirndoktor, "und jetzt geh raus auf die Strasse sage vor jeder Kurve laut SCHLANGE! und ach ja, kleiner Tip noch für Kassenpatienten umsonst: fahr die Kurven bitte aussen an!"

Max "Schlange" war der Oberhammer. Mit seinen Fähigkeiten konnte er locker Spitzengruppen sprengen, wir überlegten schon ob wir ihn zum Ötztaler schicken, mal locker vom Kühtai runter über den Brenner einen Fluchtversuch in den Asphalt treten das den italienischen Windschattenlutschern die Tränen in den Socken stehen. Max war der König der Abfahrt! Und dazu noch in der Ebene eine Macht, eine tödliche Waffe für jede RTF. Unser Verein war stolz auf Max. Jetzt musste er nur noch ohne Probleme die Pubertät überstehen, dann würde das ein guter Seniorenfahrer! In unserem Überschwang melden wir Max "the Snake, Plissken" bei der deutschen Meisterschaft an.

Doch dann, bei der letzten Dienstagabendrunde vor den nationalen Titelkämpfen geschah das unfassbare, wir knallten alle dem letzten Ortschild bei Remlingrade entgegen, 10% Prozent bergab, zwei lächerliche schlecht einsehbare 80°Grad Kurven, da kann man locker durchstechen wenn kein Auto kommt. Wer ist als erster weg? Unser Max! Auf dem flachen Rückweg nach Beyenburg das alte Bild, wir alle locker Doppelreihe, von hinten kommt Max angebraten. "hey Snake was iss los, deine Plissken Augenklappe verschluckt?" "Nee" sagt der Max ganz hilflos, "ich hab seit gestern so nen negativen Anker!" "Was hast Du für'n Tanker" fragte Rainer der als Mountainbiker von der Psycho Aktion nichts mitbekommen sollte. "Keinen Tanker, einen Anker, ich erinner mich wieder an meine Schwächen beim Kurvenfahren" heult ein verzweifelter Max, "seitdem ist Essig, die alte Serpentinenseuche, die Kurven fahr ich wie mit der Abkantbank, Kubismus ist nix dagegen, ich montier wieder Extensions und werd Triathlet!" "Da musste aber im Becken auch umdrehen können, und nur in der Wupper stromaufwärts gibt aufgeschlagene Knie" wirft ein nicht ganz ungehässiger Markus in Diskussion.

"Ende, Jungs," schneidet da Sprengmeister Frank in die Diskussion, "keine negativen Gedanken! Max ist unser Mann für den nationalen Endentscheid, sozusagen unsere ultimative Radsport-Lena für Trondheim Oslo! Und da muss endlich was passieren. Klappe. Max, es ist ernst, erzähl!" "Du hast doch gesagt ich soll mein Umfeld in meine Radsportkarriere mit aktiv einbeziehen?!" flennt Max in einer Tour weiter, "und da hat meine Mama doch neulich den BDR Mechaniker kennen gelernt, knackiger Mitfünfziger - aber kennt sich mit Campa 11fach aus. Meine Mutter ist doch auch alleinerziehend, und ich hatte Ihr versprochen wenn sie einen neuen Mann kennen lernt, dann nehme ich seinen Namen auch an." "Ja und? Wenn es der Präsident vom BDR währe, wo ist bei dem Namen das Problem?" "Sie will unbedingt Ihren behalten, und der Mechaniker heißt vollkommen bekloppt" "Was meinste damit denn, so was lustiges wie Chris Anker Sörensen, der Typ von CSC? Oder Hildegard Hamm Brücher, oder Leutheuser- Schnarrenberger? - aber on Topic, was hat das verdammt mit Deinen Kurvenfähigkeiten zu tun?" "Die beiden sind gestern nach Vegas durchgebrannt und haben schon geheiratet. Es ist aus, ich habe für mein Leben einen negativen Namen und werde nie mehr Kurven fahren können. Ich heiße jetzt Max Bahn, besser gesagt mit Doppelnahmen: MAX BAHN-SCHRANKE!"

Mehr Infos zu "Snake Plissken"? Einfach Google Bildersuche: Klapperschlange nutzen..

Max ist jetzt inzwischen 32 Jahre alt und wurde noch ein mässig erfolgreicher Alterklassen Triathlet.

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Juni10. Womit hab ich das verdient?

Vor ein paar Wochen noch war ich ahnungslos, im Radio kam was über Fussball und alle quatschten über Uwe Seeler. Ich dachte mir, was hat es der alte Sack den Kommentatoren angetan, das wäre ja so als gäb’s im Radsport nur Eddy Merckx? Aber dann hat es irgendwann bei mir geschnackelt. Ich steh draussen auf dem Hof und durch das weit geöffnete Fenster meines lieben Nachbarn tönt ein Geplärre, als hätte man bei einem Grzimek Film "Die Brunft der Elefanten" auf Pause und Dauerton gestellt. "Das sind die Vuvuzeelas" meint mein Hartz4 empfangender Nachbar in Oberakademiker Tonlage. "Entschuldigung, ich hab keinen Fernseher und bin auch sonst recht weltfremd als Radfahrer, wer bitte?" "VuVUZEELAS! Das sind so Tröten, mit denen feuert man seine Mannschaft an." Sprach’s, ging nach hinten in die unendlichen Tiefen seiner Einraum Parterrewohnung, trat zurück ans Fenster, setzte an und blies mir blökend durch ein aufgeweitetes Plastik Spuckrohr seine kondensierende Mundfeuchte auf die vollverspiegelte Oakley.

Das der mich so blöde an anfiept

Das war eine ziemlich prägende erste Begegnung mit dem Lärmemissienten Nummer eins dieses Sommers 2010. Keine Ahnung wer dieses Jahr Weltmeister wird, wahrscheinlich hat die deutsche Mannschaft sogar eine minimale Endkampfchance, aber diese Namensgleichheit hat "uns Uwe" nicht verdient. Dabei musste ich mich sofort zurück erinnern, das muss jetzt circa 8 Jahre her sein, da stand unser damaliger chinesischer Lieferant bei uns im Meeting Raum. Ein Mann, gross wie ein Bär, hatte mit Bud Spencer zusammen Wasserball gespielt und nicht verloren. Er holt also in diesem kleinen, Rigipswand umgebenen 6Mann Besprechungsraum - ohne schallschluckende Pflanzen - so ein kleines Teil heraus, er nennt es liebevoll "Bicycle Horn" und duldet keine Wiederrede. Er will es uns vormachen, seine geniale Konstruktion, die infame Rache der Radfahrer: wenn einen mal wieder ein Auto anhupt, hup zurück!

Sein Getöse liegt in der Luft

Er schließt also einen transparenten Hochdruckschlauch an eine dieser Kartuschen die man von der alten Shimano Airline Schaltung, Gott hab sie selig, kennt. ( Das war diese Luftdruck Schaltung für Downhiller die nach Biopace kam) Und dann drückt er freudig strahlend auf den kleinen roten Knopf, so das uns die Gehörgänge bis zum Mittelohr beben und die Rigipswände Löcher bekommen. "180 Decibel! Lauter geht nicht. Das ist die Lupine unter den Hupen." meinte er freudestrahlend, "das hört sogar ein Brummifahrer mit Mittelohrangina auf 30 Meter." Mir schlackerten damals nur die Ohren, "das Problem ist, als Radfahrer bist auch nicht 30 Meter weg von dem Ding!" konnte ich Freund Mica nur knapp davon überzeugen das wir Radfahrer so einen Quatsch nicht brauchen.

Warum hat er nicht gleich meins benutzt?

Heute hätt ich mir dass Ding gewünscht, Nachbars Junge vom Haus gegenüber hat entdeckt das man Uwe Seeler locker aus dem offenen Fenster tröten kann, und zwar zu einer frühmorgendlichen Zeit wo garantiert nur noch die Zusammenfassung des Spiels vom Vortag kommt. Wenn ich den Kerl jetzt zu fassen kriegen würde würd ich ihm die Tröte rektal so ... das ihm das Mundstück lustig auf der Zunge läge, aber solche Gedanken wären zu hart für dieses Medium. Lieber stelle ich mir vor ich hätte eines dieser Muster des Bicycle Horn behalten, nein zwei, würde mich in sein Kinderzimmer schleichen und ihm von beiden Seiten eine finale Bafana Bafana Trommelfellmassage zukommen lassen, naja aber auch das bleibt wohl nur ein unerfüllter Lebenstraum meinerseits.

Zuschauer stehn in Reih und Glied

Ehrlich gesagt, wir können ja froh sein das jetzt WM ist. Deutschland gegen Censoredänder, das fegt die Strassen leer, da kann man in Ruhe trainieren. Ausserdem wissen Insider : nach der WM ist vor der Tour de France! Und die sehen wir ja alle ganz gerne. Und jetzt stellt Euch vor bei der TdF wird das Sommermärchen weiter geführt?! Tony Martin statt Lukas Podolski, "Toooniii" wird an den Straßenrändern eine Woge der Begeisterung branden, Angie Merkel wird mit Rudi Scharping am Tourmalet eine "Best schiefsitzendes Jacket" Contest abhalten und anfeuern. Ich dagegen werde mit der Idee stylische Helmüberzieher in Nationalfarben containerweise produzieren zu lassen Millionär, als nächster Coup stehen dann die Überzieher für Hörnchen und Ergopower auf dem Programm. Die Radsportwelt will doch auch in bunte Nationalfarben gehüllt sein.

ein Anblick den man gerne sieht

Und wie geht es diesen Super Sommer weiter? Wir alle werden ob des guten Wetters an totalem Übertraining erkranken, Eddy Mercky wird sich beschweren, daß nach ihm noch kein Musikinstrument benannt ist. Eine Brüsseler Kommission eilt ihm zur Hilfe und beschließt das ab jetzt jedes Saxophon die europaweite Bezeichnung „Merckxsche Flöte“ tragen muss. Unser Charmeur Eddy hat dann auch passend ein Date mit Candy Dulfer zum Start der TdF in Rotterdam arrangiert . Nur auf eine Sache können und müssen diesen Sommer verzichten: es steht kein Alpe de Huez auf dem Programm. Ist aber auch vielleicht besser so: denn stellt Euch vor es ist Alpe de Huez, Linus im Gelben Trikot - und alle Holländer haben Vuvuzeelas?!

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Der Maibericht: Dem Rouleur ist nichts zu schwör

Wir sind verzückt! Begeistert! Mit einem Lächeln auf den Lippen verfolgen wir die Nachrichten des Profi Rennradsport – und man muss sagen da tut sich was.

Ein paar andere Namen schieben sich in letzter Zeit wohltuend ins Rampenlicht: Gadret, Kessiakof - Evans sowieso. Und bei unseren Milchmännern nationale fährt ein Herr Voss dem Linus und dem Gerald vor der Nase rum. Warum ist das so bemerkenswert? Nun ja, ihr könnt es ahnen: alles ehemalige Mountainbiker oder aktive Crosser. Selbst Orang Utan Greipel, der begeisterte Teilzeitcrosser aus Hürth führt gegen Interview Terrier Marc C. mit schätzungsweise 11:1.

Woher kommt diese auffällige Häufung von Offroadern in den vorderen Ranglisten? Ist etwa der neue Blutpass schuld - nur noch eine Geschwindigkeit und damit eine Chance für unsere Stollenradler mit etwas mehr Druck im Schuh? Andererseits kommt jetzt auch wieder die alte Ulle Garde aus der Versenkung, Basso, Vino.. Schlägt der Gynäkologe von Gran Canaria zurück? Wir werden das verfolgen..

Endspurt ist so 2009!

Aber eine andere Tendenz erfreut uns spätestens seit den Klassikern umso mehr. Bisher lief so ein Klassiker immer nach demselben Schema: hilflose Adjutanten gruppe reisst zeitig zum Frühstücksfernsehen aus, hat 10 Minuten Vorsprung, wird 20km vor dem Ziel gestellt, die Favoriten gehen am vorletzten Berg weg, zwei oder drei, Endspurt Ende. Business as usual. Und seit diesem Jahr, game is changing! Was war das für ne Fleppe von Tommeke Bohnen. Da war einer der wollte nicht mit ihm Zielsprint spielen. Und nach der Blamage am letzten Berg von Flandern dann die mentale Höchststrafe bei Roubaix. Da tritt der Sack über eine Stunde vor Rennende aus einer fast 10 Mann starken Spitzengruppe an – und fährt denen einfach weg, futsch, über alle Berge, ach was - keine Berge, einfach so – in der Ebene!! Und keiner traut sich hinterher. Lieber Herr Cancellara, das macht man so nicht! Kann sich der Bohnen nicht mal mehr ne Linie ziehen und schon hat er den Zug verpasst. Ja muss man denn jetzt schon ab 100 Km vor dem Ziel aufpassen? Unerhört. Aber unglaublich cool. In dem Moment hat sich der moderne Radsport verändert, mehr als wir alle uns jetzt ausmalen können. Kann man nur hoffen das die Sponsoren bleiben wenn gegen Ende immer nur noch Einzelzeitfahren gezeigt werden;-))

Ehrlich gesagt, nach dieser Vorstellung können mich so Bulimie Typen wie der Contador mal cyclocrossweise, lutschen bis zum letzten Berg und dann einen raushauen kann jeder. Und wann endet schon eine RTF mit ner Bergwertung? Nie.

Stellt Euch vor: Kürtener Sülz als place to beat! Beim Radmarathon einfach mal vor der letzten Verpflegung so auf die Tüte drücken bis hinten alle mit verdrehten Augen wegplatzen. Das wärs doch mal, oder? Und da jedes Sportgerät auch ein bisschen die Träume verkaufen muss, prophezeien wir mal ganz frech das auf der diesjährigen Eurobike eine Menge windschnittiger „Ausreißer“ Rahmen zu sehen sein werden. Auch wenn die persönlichen Wattzahlen eher im Keller sind, Sportsbusiness is Showbusiness. Kein Rahmen mehr ohne aerodynamisch innenverlegte Züge, keine Felge mehr unter 50mm, ich schwör. Dazu ist der unglaubliche smarte Schweizer unser aller neues Idol, hoffen wir mal das die Leistung ohne intravenöses oder neuerdings auch Motortuning in der Sattelstütze entstanden ist. Dann kann für diesen WM Sommer nur eines gelten: Do it like they do it on Eurosport Channel. Haut im Flachen einen raus, fahrt Laktatexpress Style!

Kick it like Cancellara!

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April.10: Call me Killer - Baby!

Gut, unser Freund Bimbach braucht immer was Besonderes, letztes Jahr war er bei ebay hinter einer Wagenladung IGF her, dies Frühjahr suchte er händeringend dem Bremzuggegenhalter einer FRM Bremse, Jahrgang 2004 wohlgemerkt! Als wenn’s nichts wichtigeres im Radsport gäbe. Und jetzt nervt er uns seit 187 zähen Grundlagenkilometern mit folgender Geschichte:

„Ey Alter“

streut Bimbach in die Fettverbrennungsrunde, „ich brauch nen Spitznamen, pronto!“ und ohne unsere Reaktionen abzuwarten kam in ungewöhnlichem Befehlston: „ich erwarte heute abend am Buffett 20 Vorschläge, Brainstorming meine Herren und erste Damen. Avanti!“

„Wieso brauchst Du nen Spitznamen, Dein Nachname Bimbach sagt doch schon alles?“ raunt es aus den hinteren Reihen der Doppelreihe. „Schnauze da, das ist hier ein Brainstorming und keine Demokratie Veranstaltung, wer kritisiert oder in Frage stellt muss durchs Schilf komplett von vorne fahren. Ich warte auf Vorschläge!“

„Wie wärs mit „der Bär von Unterbarmen“?“

„Klingt stark und dominant, gut..“ „Nee ich mein ja nur wegen Deiner Cyclocross Performance, die Peze pennen ja den ganzen Winter.“ „Stimmt, was ist der Unterschied zwischen Bimbach und nem Bär?“ „ Der Bär ist nach der Winterpause total abgemagert, hahaha..“ „Stop, break!“ wird’s Bimbach jetzt zuviel, „Ich als Moderator schreite hier jetzt ein, fangen wir woanders an, Thema Vögel!“

„Ich dachte Vögeln wäre im Trainingslager und vor Rennen verboten?“ raunt unser Jungsenior. „Klapp gefälligst Deine Helmmütze hoch wenn Du mitmachen willst “ schreit Bimbach ihn an. „Wie wärs mit Hayabusa, Hans Hayabusa?“ „Heia – was? Bussi - wer?“ „Hayabusa, ist japanisch und bedeutet Wanderfalke, der schnellste Vogel der Welt!“ „Ich will aber nicht wandern“, mault Bimbach sofort rum. „Passt aber zu Dir, lautsprachlich ist alles drin: Ab in die Heia – und Bussi Bussi – und Keirin wär dochmal was – auf Strasse bekommst Du doch eh nichts auf die Latte..“

„Nein, ich dachte eigentlich mehr so an was wie „der Falke von Remlingrade- bergab ungeschlagen im ganzen bergischen Land“ macht Bimbach Gebrauch von seiner Richtungsgebungskompetenz als Moderator. „Falke ist an Salvodelli vergeben, wie wärs mit Bimbach – der Mäusebussard vom Münsterland? Mäusebussarde erlegen ihre Beute indem sie aus großer Höhe einfach draufplumpsen, passt doch zu Dir – frag mal Deine verbogenen Sattelstützen.“

„hola Jungs,

jetzt mal ruhig bei den Hühnern, ich dachte mehr so an was phoentisch dynamisches wie „der Blitz von Barmen“ oder eher martialisch „der Musketier vom Marscheid“?! Andere heißen ja auch „Sprengmeister Rittberger“ oder „Nähmaschine vom Grünewalder Berg“, da muss doch was Ähnliches für mich drin sein? Schaut Euch den „Referent“ an, der heißt doch nicht nur so weil er schöne Rennberichte schreibt. Nein, jeder weiß, das er am Ende einer Runde, wenn ihm die Tempobolzerei am Anfang auf die Eier ging das Tempo so hoch zieht, das alle bei der Kesselflickerei unweigerlich an Don Camillo und Peppone denken müssen, da muss doch was ähnliches für mich drin sein?“ some call me rtf cowboy!

Und um den Spirit eines offenen Brainstormings direkt weiter zu pflegen monologisiert Bimbach weiter: „Den Greipel nennen alle „Gorilla“ wär das nicht auch was für mich?..“ „Hmm, Gorilla ist gut, aber unter 1200 Watt wohl eher „Schimpanse“ - oder?“ „Panter, Löwe der Löwen, Jaguar, Gepard, gibt’s nicht irgendein Tier in der verdammten Serengeti das zu mir passt?“ „Doch“, denken sich alle im Peloton, Bimbach, der sich immer nur in der Herde in die Ebene traut, der mit seiner „ich dehne nie“ Aerodynamik immer einen Kopf aus der Doppelreihe herausragt, der an Verpflegungsstellen gerne mal mit den Vorderhufen einknickt und sein Domina Vacanze Trikot immer noch auf der Rolle trägt:

Bimbach die Giraffe aus der Gelpe!

Ein schönes und imposantes Tier - immerhin das höchste landlebende Tier, das gebührt dem Kapitän de la Route und Chef des Vereins. Schön aber auch das es in manchen Situatiuonen einer gewissen Komik nicht entbehrt – und nen halben Greipel hat er auch mit drin..

Re leone m)ontanara

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März 2010_ Tes Teutschen liebstes Kind

Wir Deutschen sind ja bekanntlich recht beliebt im Ausland, bilden wir uns ein - zumindest wenn es um Bakschisch geht. Aber auch sonst! Wir entziehen unsere Nachwuchshoffnungen dem internationalen Wettbewerb - indem wir mit Dopingkontrollen ernst machen, bei den Weltmeisterschaften überlassen wir artig die Podiumsplätze den Fuentes Kunden… und auch sonst halten wir uns vornehm in der ProTour zurück. Team Milram agiert so aktiv wie eine Herde Buntvieh auf einer genossenschaftlichen südholsteinischen Wiese. Nur Gorilla Greipel sprintet ab und zu arme chancenlose Ausländer ab. Aber ansonsten? Wir Deutschen sind die Lieblinge unserer deutschen Nachbarn, Löcher zu fahren, keine eigene Rundfahrt - und froh wenn eine Top 12 Platzierung raus springt. Toll.

Aber weshalb ist die Stimmung im Ausland derzeit des Öfteren gegen uns Bundesbürger aus dem Scharping-Land gerichtet? Beim Eurovision Songcontest, bei der Tour – beim Giro, alle sind gegen uns - gemein!

Was haben den die Mittelmeeranrainer gegen uns? Trainingslager am Ballermann, wir mosern über den seichten Kaffee- und der Kellner guckt wie drei Tage Regenwetter (sorry, ein Block Schneefall heißt das dies Jahr:) Da hätten wir aber ein bischen mehr Freundlichkeit erwartet! Ok, Last Minute Neckermann 430 Euro für zwei Wochen, aber 3,5 Sterne sind aufgerundet fast vier Sterne. Und da erwarten wir Ritzel-Teutonen schon Spitzengruppe Service: Schnaps ist Schnaps, Isotonisch ist isotonisch.. Wenn das Buffet nur 3,8 Meter lang ist, ein Verdacht genügt - wir Deutschen messen das nach! Garantiert. Im Prospekt stand 4 Meter!

Camarero, por favor!

Dabei geben wir Deutschen uns generell recht spendabel. Kürzlich bei einem Trainingslager einer nicht näher zu nennenden Radsportpostille auf einer Insel im Mittelmeerraum: „Hey Zorbas, Deine Wirtschaft – und auch Deine Kneipe - alles im Eimer! Ich mach Dir 'nen Vorschlag: wir verkaufen den zweiten Teil Deiner Insel auch noch an die Türken, was hältst Du davon?!“ Die Reaktion? Ungefähr so wie wenn Eric Zabel erwischt wird das er Kettenschmiere am Bein hat… Eisiges Schweigen. Dabei ist das doch ein konstruktiver Vorschlag die Finanzmisere der Griechen zu lösen, oder nicht? Da kann man auf dieser Sch…. Insel wenigstens mal gescheit Grundlage fahren ohne den Pass mitzunehmen – iss doch wahr.

Die Geschichte mit der Vereinigung Zyperns brachte uns aber auf eine andere Idee. Ja, wir kaufen eine Insel. Auch Spanien leidet unter der Hypotheken Krise. Also Zeit für ein Schnäppchen. Wir also rein ins Netz auf meine-insel.de und mal geschaut was noch Schnuckeliges mit gut ausgebautem Strassennetz im Angebot ist. Island? Zu kalt. Guernsey? Zu klein. Korsika? Zu bergig.. Und da kommen wir einem Skandal auf die Spur. Uns Deutschen gehört Mallorca! Ja, nicht nur der Ballermann. Kein Witz. Und das ist jetzt nicht so wie Ihr denkt. Eher viel komplizierter. Im Internet ist genau nachzuvollziehen das uns Deutschen auf Malle eine neutrale Nation zuvorgekommen ist. Einfach mal im Grundbuch von Llucmajor nachschauen..

Wer hats erfunden? Die Schweizer - genau!

Vor Jahrzehnten, noch x Trainingslager vor Fred Rompelberg kaufte ein Schweizer namens Max Hürzeler komplett die größte iberische Insel. Durch eine perfide Lobbyarbeit schaffte er es, das Brüssel die gesamte Insel inzwischen neu geteert hat – unsere Steuergelder – by the way- und Iberostar durfte mit seiner Hilfe ganze Hotelketten auf der Schlossallee errichten. Aber der eigentliche Klops kommt noch: Hürzeler hat mit der Schweizer Großfinanz diesen Deal durchgezogen, Rivella, Malbuner, Checker Pig und andere Hedge Fonds waren beteiligt. Und natürlich auch einige Banken unter Federführung der UBS. Klingelts jetzt?

Wir müssen dazu sagen, wir haben ein paar gute Kontakte ins Wuppertaler Finanzamt - und die Vorliebe der Beamtem im Tal für selbstgebrannte Daten-CDs ist inzwischen europaweit bekannt. Also um die Katze aus dem Sack zu lassen: die Gelder der UBS sind natürlich allesamt die hinterzogenen Steuergelder deutscher Staatsbürger! Ergo? Malle gehört uns! Schwarz natürlich. Naja, noch den Schweizern. Klaro. Aber da müssen wir nur mal die Kavallerie mit Steinbrück bei einer RTF ausreiten lassen. Es ist unser Steuergeld!, unsere Insel, der Schatz, er gehört mir!!

Aber Mallorca ist pillepalle. Wir müssen in die Zukunft schauen. Die Finanzkrise ist der ideale Zeitpunkt in Grundlagen zu investieren. Jetzt Zypern? Ein Schnäppchen. Und so lange wie der Linus nix auf die Kette kriegt brauchen wir strategisch eine weitere Insel an der Südfront, gerade nach diesem Horror Winter - noch vor der nächsten Legislaturperiode, bitte. Weil ich glaub in Afganistan wird das nix mit Teerstrassen ohne Minen - Wir fordern einen Soli für Zypern, in sechs Wochen ist NRW Wahl,

Schäuble, Westerwelle, Scharping - übernehmen sie!

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Eine Ode an den ewigen Schnee, Ende Februar 2010

4.Dezember

Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Ich habe mein Hardtail aus dem Keller geholt und frisch geputzt vors Wohnzimmerfenster gestellt. Stundenlang sassen wir am Fenster, habe zugesehen wie riesige, weiße Flocken vom Himmel herunter schweben. Es sah aus wie im Märchen. So romantisch – ich wusste dies Jahr würden wir viele gemeinsame Schneetouren machen. Wir fühlten uns wie frisch geölte Kette.

Ich liebe Schnee.

6. Dezember Nikolaus

Als ich wach wurde, hatte eine riesige, wunderschöne Decke aus weißem Schnee jeden Zentimeter der Landschaft zugedeckt. Was für ein phantastischer Anblick! Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben als die Gelpe im Neuschnee? Dies Jahr nicht in den Süden zu fliegen war die beste Idee, die ich je in meinem Leben hatte. Habe zum ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und den Bürgersteig freigeschaufelt. Anschließend ne Runde biken im Neuschnee.

Was für ein tolles Leben!

12. Dezember

Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee geschmolzen. Was für eine Enttäuschung. H&S hat Spikes im Sonderangebot. Ich weiß nicht ob sich das lohnt. Mein Nachbar sagt, daß ich mir keine Sorgen machen soll, wir werden definitiv eine weiße Weihnacht haben. Kein Schnee zu Weihnachten wäre schrecklich! Bis zum Jahresende sollen wir laut Wetterbericht so viel Schnee haben werden, daß ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, daß das möglich ist. Wenn das die Klimaerwärmung ist - ich bin froh, dass ich in den letzten Jahren SUV gefahren bin.

14. Dezember

Schnee, wundervoller Schnee! 30 cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf -20 Grad gesunken. Die Kälte läßt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt und bin eine Runde zum Toelleturm gefahren.

Das ist das Leben!

Gegen Abend musste ich ein drittes Mal schaufeln, daß ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wieder in Form. HA, die ganzen Roadieluschen auf ihren Ergometern, dies Jahr wird ich ihnen den A… pudern..

15. Dezember

60 cm Vorhersage. Bei H&S sind die Preise für Spikes auf den vom Hersteller empfohlenen Preis gestiegen, eine alarmierende Entwicklung. Habe meinen SUV verscheuert und einen richtigen Geländewagen gekauft. Schneeraupen waren nicht zu bekommen.

Dafür zwei Satz Michelin Dry2 im Super Ausverkauf geschossen und habe den Kühlschrank vorsichtshalber aufgefüllt. Mein Nachbar nimmt den neuen Holzofen in Betrieb, falls der Strom ausfällt. Das ist lächerlich - schließlich sind wir nicht in Litauen?

16. Dezember

Eissturm heute Morgen. Bin in der Einfahrt auf den Arsch gefallen, als ich Salz streuen wollte. Tut höllisch weh. Meine unsportlicher Nachbar hat eine Stunde gelacht. Spikes kosten jetzt das Doppelte vom VK, ich überlege.. Das finde ich ziemlich grausam.

17. Dezember

Immer noch weit unter Null. Die Straßen sind zu vereist, um irgendwohin zu kommen. Der Strom war 5 Stunden weg. Bin erst auf der Rolle gefahren, nach drei Stunden alles durchgeschwitzt. Mußte mich in Decken wickeln, um nicht zu erfrieren. Kein Fernseher. Nichts zu tun als meine Nachbarn anzubaggern und zu versuchen einen Platz an seinem verf---n Kamin zu bekommen. Glaube, ich hätte auch einen Holzofen kaufen sollen, würde das aber nie zugeben. Ich hasse es, wenn mein Nachbar recht hat! Ich hasse es, in meinen eigenen Wohnzimmer zu erfrieren! Ich hasse es: H&S hat nur noch einen Schwalbe IceSpiker und einen Nokian Gazzaloddi, das geht nicht..

20. Dezember

Der Strom ist wieder da, aber noch mal 40 cm von dem verdammten Zeug letzte Nacht! Noch mehr schaufeln. Hat den ganzen Tag gedauert bis ich überhaupt die Radkellertür auf bekam. An Radfahren draussen ohne Spikes ist kaum zu denken. Habe versucht eines der Nachbarskinder zum Schaufeln zu überreden. Aber die sagen, sie hätten keine Zeit, weil sie Bikepolo in der Heckinghauser Turnhalle spielen müssen. Ich glaube, daß die lügen. Wollte Spikes bei der Apotheke in Bocholt kaufen. Die hatten keine mehr. Kriegen erst im März wieder welche rein. Ich glaube, daß die lügen. Mein Nachbar sagt, daß ich schaufeln muß weil ich auf einem ominösen Zettel für diesen Monat eingeteilt bin. Ich glaube, daß er lügt.

22. Dezember

Die Meterologen hatten recht mit weißer Weihnacht, weil heute Nacht noch mal 30 cm von dem weißen Zeug gefallen ist und es ist so kalt, daß es bis August nicht schmelzen wird. Es hat 45 Minuten gedauert, bis ich fertig angezogen war zum Biken und dann mußte ich pinkeln. Als ich mich schließlich ausgezogen, gepinkelt und wieder angezogen hatte, war ich zu müde zum Biken. Habe versucht für den Rest des Winters meinen Nachbarn anzuheuern, der eine Schneefräse an seinem Lastwagen hat, aber er sagt, daß er zu viel zu tun hat. Ich glaube, daß der Wichser lügt.

23. Dezember

Nur 10 cm Schnee heute. Und es hat sich auf 0 Grad erwärmt. Meine Freundin wollte, daß ich heute das Haus dekoriere. Ist die bekloppt? Ich habe keine Zeit - ich muß SCHAUFELN und TRAINIEREN!!! Warum hat sie es mir nicht schon vor einem Monat in der Saisonpause gesagt? Sie sagt, Sie hat, aber ich glaube, daß sie lügt.

24. Dezember

20 Zentimeter. Der Schnee ist so fest zusammengeschoben, daß ich die Schaufel abgebrochen habe. Dachte ich kriege einen Herzanfall. Falls ich jemals den Arsch kriege, der den Lastwagen über den Hof gefahren hat, ziehe ich ihn an seinen Eiern durch den Schnee. Ich weiss genau, daß es mein Nachbar ist der vor dem wohligen Kamin sitzt, sich hinter der Gardine versteckt und zuschaut wie ich schaufele. Heute Nacht bin ich auf die Rolle. Meine Freundin wollte Weihnachtslieder singen und Geschenke auspacken, aber ich hatte keinen Bock mehr.

Sie hat mir einen Gutschein für Spikes geschenkt!

25. Dezember Weihnachten

Frohe Weihnachten. 60 Zentimeter mehr von der !*?#@$. Eingeschneit. Der Gedanke an Schneeschaufeln läßt mein Blut kochen. Gott, ich hasse Schnee! Dann kam der Nachbar vorbei und hat nach einer Spende für Kaminholz gefragt. Bin ich die Heilsarmee? Ich hab ihm meinen Zentrierständer über den Kopf gezogen. Meine Freundin sagt, daß ich schlechte Manieren habe. Ich glaube, daß sie eine Idiotin ist. Wenn ich mir noch einmal Xavier Naidoof anhören muß, wenn ich auf der Rolle sitze werde ich sie umbringen.

06. Januar

Immer noch eingeschneit. Warum um alles in der Welt wohne ich im Bergischen? In der Rheinebene trainieren sie schon Grundlage. Sch… idee mit dem Trainingslager in der Heimat. War das nicht Ihre Idee. Sie geht mir echt auf die Nerven.

18. Januar

Die Temperatur ist auf -30 Grad gefallen und die Wasserrohre sind. eingefroren. Viel Schlimmer ist das die Rolle einen Lagerschaden hat, es rumpelt wie auf einem Feldweg. Bei BikeComponents sind Rollen aus..

03. Februar

Es hat sich auf -5 Grad erwärmt. Immer noch eingeschneit. Meine Rolle ist kaputt, ich habe bei sieben Online Händlern parallel eine geordert. Die Hotlines sagen die Post kommt nicht durch. Alle lügen. DIE ALTE MACHT MICH VERRÜCKT!!!

13. Februar

Noch mal 30 Zentimeter. Mein Nachbar sagt, daß ich das Dach freischaufeln muß, oder es wird einstürzen. Das ist das Dämlichste was ich je gehört habe. Für wie blöd hält der mich eigentlich? Ich gehe ne Runde mit dem Bike auf dem Rücken durch den Pappschnee waten.. Der große Fachversand hat mir zum Trost für den Lieferverzug der Spikes einen Satz Conti Twister Supersonic geschickt, meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

14. Februar Valentinstag

Das Dach ist eingestürzt. Der Nachbar hat mich auf 50.000 Euro Schmerzensgeld verklagt. Meine Freundin ist zu ihrer Mutter gefahren. 25 Zentimeter vorhergesagt.

16. Februar

Ein Paket SnowSpiker ist gekommen, in der Verpackung sind fälschlicherweise nagelneue Furious Fred. Habe den Rücksendeschein angezündet und damit den Rest vom Haus angesteckt. Nie mehr Schaufeln.

25. Februar

Mir geht es gut. Ich mag die kleinen Pillen, die sie mir dauernd geben. Warum ist das lange Trikot vorne ohne Reißverschluss, warum bin ich mit Armlingen an das Bett gefesselt? In weiße Weltmeistertrikots gehüllte Damen laufen durch mein Zimmer. Ich glaub wenn ich nicht irre bin kann ich den nahen Frühling riechen..

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Januar.1001 Ein Wintermärchen!

Habt Ihr einmal auf das Datum geschaut wenn Ihr eine Datei abspeichert? Da steht in amerikanischer Schreibweise z.B.: 100122 ! Ja sind wir denn jetzt nach der kalendarischen Indexierung im Märchen aus Tausend und einer Nacht gelandet? Nix mehr null- neun, stattdessen 1001 – 1002 -1003 undsoweiter. Eine vollkommen ungewohnte Erfahrung auf dem Polar Display.

Ungewöhnlich und wie aus tausendundeiner Nacht auch meine Begegnung der dritten Art vor drei Tagen. Da fuhr ich zu bester Tageszeit, bei strahlendem Sonnenschein und knirschendem Schnee, Dienstags wohlgemerkt (das Freiberuflersein hat schon so seine Vorteile..) den XWeg Richtung Toelleturm und erfreute mich des Anblicks ins Tal. Da hat wohl an einer Stelle bei einsetzendem Tauwetter Nachbars Lumpi dreimal nebeneinander in den Räumschneehaufen gepinkelt. Und jetzt, eine Woche später, stehen da drei ungefähr hüfthohe pissgelbe Stalakmiten – Wahnsinn!

Jetzt mal ehrlich wann habt ihr das letzte Mal so etwas Gewaltiges gesehen – und war das nicht in Island oder Yellowstone?? Womit wir beim Thema für zwanzig-zehn wären: Reisen! Ja, statt RTF in Herne gibt’s dies Jahr Laufen im CentralPark, statt Kellerwald den Roc dAzur, und statt Rad fahren einfach mal Shopping in London, Essen in Mailand, arbeiten in Innsbruck, wenn’s klappt auch noch Geld anlegen n Zürich…

Aber wenn ich die Radsportteile Investitionsliste so sehe wird das mal wieder nix. Als erster brauch ich Überschuhe, Untersocken, Wärmesohlen und gefütterte Schnürsenkel. Meine Fr… ist das a..kalt. Wenn das die angekündigte Klimaerwärmung wird, na denn Prost Mahlzeit. Und ich hatte schon auf fallende Kurse bei den Knieling Preisen Spekuliert. Stattdessen, kein Schnee in den Alpen, aber die Mittelgebirge saufen ab im Pappschnee. Doll

Ein Vorteil hat die anhaltende Kältewelle allerdings: dies Jahr werden Horden von Semiprofis ohne ausreichende Grundlage ins Trainingslager starten, und dann heißt es Delta Ole, hola die Waldfee! Die werden alle platt wie Brötchen zurückkommen und schon bei der ersten Ausfahrt im Übertraining schweben. Aber für Rennen hilft das nix, da waren die Trolle ja eh immer weiter hinten..

Ansonsten heißt das Motto für 2010 wie immer: Leistungsstand halten – mit noch weniger Training;-)) Träumen wir schon einmal von einem schönen gruppendynamischen Sommermärchen bei unseren Trainingsausfahrten (sic!) Dienstag und Donnerstags. Und vor allem das der Winter vergeht, und wir bis dahin noch alle Zehen haben…

alle 10! Und nicht 01er blau..

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Counterpolarisierung, Dezember.09

Wisst Ihr eigentlich wie schön das ist, einfach mit dem Rad raus in den Wald zu gehen ohne diesen lästigen salzig-muffigen Plastik Brustgurt anzulecken?

Wisst Ihr welch ganzheitliche Lebensart zu Tage tritt wenn der Tacho nicht akribisch genullt werden muss? Wenn keine kleinen grauen Zahlen am Lenker Dich hindern einfach mal Rad zu fahren?? Und schlechter muss Mann/Frau dadurch nicht unbedingt werden ;-)) Ein echter Klemmbrett Karrass, also einer dieser Schleifer auf dem Sportplatz hat kürzlich nachgewiesen, das die deutsche Leichtathletik keine Spitzenläufer mehr hat – seit es den Pulsmesser gibt. Alle laufen an Ihrer Schwelle oder wo auch immer der Trainer gesagt hat was das piepende Ungeheuer anzeigen soll, und wenn dann ein anderer Athlet mal kurzfristig anzieht, stehen die deutschen Athleten mit Ihrer pulsgenauen Trainingspräzision auf dem Schlips.

Tempoflexibilität ist das Zauberwort der Zukunft.

Wir vom Laktatexpress sind natürlich bei solchen Entwicklungen immer an vorderster Front dabei. Die Polar Wattmessung ist längst in die ewigen ebay Jagdgründe entlassen, und die nagelneue SRM Kurbel wanderte unverpackt an ein Hilfsprojekt in Ruanda zum Aufbau von alltagstauglichen Lastenrädern.

„Aber um Himmels willen, wonach muss ich mich im Training denn jetzt richten?“ werden einige Skeptiker jetzt sofort fragen. Die Antwort hat wie immer in solchen Fällen ein Leistungsdiagnostiker von Staps, der Herr Greif oder andere... Da der Herr Friel mit seiner Bibel den höchsten Widererkennungswert hat, nehme ich jetzt mal die Bezeichnung aus seinem Buch: RPE!

Rating of Perceived of Exertion

Was übersetzt soviel bedeutet wie: lernt auf Euren Körper zu hören und steuert das Training nach eurem eigenen Gefühl! Wobei „Rating“ nicht direkt mit dem deutschen „Raten“ zu übersetzen wäre. Eigentlich wahnsinnig einfach, und da wir alle keine unwissenden Jungspunde mehr sind - eigentlich auch die letzte und beste Konsequenz. Jetzt gibt es da Skalen für die Ermüdung, die gehen von 1-20, andere legen 10 Inkremente zur Grundlage. Aber am Ende bleibt da immer noch die Unsicherheit: schätze ich das richtig ein

Und da der Laktatexpress ein nützlicher Lifestyle Ratgeber für alle Radsportfragen ist, hier die Top21 ultimativen Einschätzungen:

Wie kaputt bin ich eigentlich!?

1Punkt: Ich merk nix! Kellertreppe und hopp!

2Punkte: Tolle Ausfahrt, mir geht’s besser als vorher, den Hausflur noch im Sprint!

3Punkte: Wirklich locker und flach heute, perfekte Spannung in den Beinen..

4Punkte: Geniale Tour, ich geh noch einen Kasten Bier aus dem Keller holen!

5Punkte: Geniale Tour, gehst Du mal einen Kasten Bier aus dem Keller holen?

6 Punkte: Sch… „Locker und flach“ - aber richtig trainiert haben wir heute wieder nicht, jetzt sofort die Couch.

7Punkte: Aua! Von wegen Berge nach Lust und Laune, ich brauch jetzt ein Kilo Spaghetti.

8Punkte: Wo ist die Couch, wo die Keksdose - geduscht wird nachher.

9Punkte: Aua, Aua! Warum mache ich das alles nur.. Kekse!!!

10 Punkte: Ich brauch jetzt zwei Kilo Spaghetti, aber lass uns beim Italiener bestellen, ich kann nicht mehr kochen

11Punkte: Kann ich die Spaghetti auch roh essen? Mit Keksen und Senf - und zwar sofort?!

12Punkte: Du überlegst Dir spontan die nächste Wohnung nie mehr im dritten Geschoss zu mieten. Nie wieder..

13Punkte: Du klingelst im ersten Stock beim Nachbarn und fragst ob er noch ein PowerGel für die restlichen zwei Treppenabsätze hat..

14Punkte: Du kannst nicht vom Rad steigen weil Du sonst Krämpfe bekommst und kurvst stundenlang durch die eiskalte Tiefgarage in einem wildfremden Hotel

15Punkte: Du bestellst ein Bier im Zielbereich, vergisst aber es auszutrinken

16Punkte: Du lässt Dich im Zielbereich einer RTF von anderen mit Kuchen füttern - Du wehrst Dich auch nicht als Dir jemand mit Senf ein Muster auf die Backe malt

17Punkte: Du verbringst den Abend vollkommen lethargisch im Radkeller mit Rad putzen weil Du die Kellertreppe nicht hoch kommst

18Punkte: Du weißt minutenlang nicht ob Du zuerst zum Kühlschrank oder zur Couch gehen sollst

19Punkte: Du hörst Deinen Namen zur Siegerehrung, aber Dir graut vor den zwei unendlich hohen Stufen aufs Podium

20 Punkte: Du liegst im Sanitätszelt, hörst Deinen Namen zur Siegerehrung - aber der Arzt sagt das er noch einen weiteren Beutel Infusion vorbereitet hat und Du besser liegen bleibst..

21 Punkte: Du wachst morgens auf, hast die Radschuhe noch an, Radkeller und Kühlschrank stehen sperrangelweit auf - und Du hast Senf an der Backe..

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November.09 -E-Motion

Wie immer zum Ende des Jahres wagen wir einmal wieder einen tiefen Blick in die Ritzelkassette um die radsportliche Zukunft vorherzusehen. Und was wäre unser aller Leben ohne den Mega-, Giga-, Tera-Trend des neuen Jahrzehnts?

Blenden wir uns also ein ins Jahr 2015

An einen x-beliebigen Dienstagabend im Sommer. Die flachen Rennradtouren beginnen seit drei Jahren auf Druck einiger LE Mitglieder im Laaken. Und man ist gut beraten bis dorthin das Auto zu nehmen! In Heckinghausen ist man ja seit der Wirtschaftskrise nicht mehr sicher..

Aber jetzt wird erst mal Rad gefahren, stattliche 16 Trainingspartner haben sich an diesem Abend getroffen, und so geht’s in 8 Doppelreihen über den auf doppelt breit ausgebauten Radweg hinaus nach Beyenburg. Aber die Stimmung im Peloton ist nicht so locker wie sonst, es herrscht ein Gedränge, das Tempo ist hoch, sehr hoch für den Beginn einer Tour. Vom vorbeifahrenden Auto sind klare Befehle zu hören. „Vorne die Dicken ran! Alle mit Wattzahlen über vierhundert nach vorne!! 30 Sekunden Wechsel – und Tempo meine Damen und Herren!! Heute schaffen wir es ungeschlagen bis Beyenburg!“

und dann antwortet ein kleiner Chor: „yes, we can!“

Da wir jetzt direkt aus dem Jahr 2009 hier rein gesprungen sind, gehen wir direkt mit dem Micro ran an die Doppelreihe. Hinten, vorletzte Reihe: „Sag mal Markus, was ist hier los, was soll der Stress?“ „Oh, Mann Du fragst noch? Radfahren ist ja seit 2010 so sch.. scheibe!!“ „Wieso, sprintet Ihr jetzt schon ab dem ersten Kilometer jedes Ortsschild?“ „Nein, das nicht – aber es ist viel schlimmer, viel schlimmer..“ und bricht fast in Heulen aus. Unglaublich. Wir gehen eine Reihe weiter nach vorne und haken bei Dani nach. „Ja, seit 2010 ging das los, erst in den Innenstädten, später auch auf flachen Abschnitten in der Nähe von Wohngegenden. Sie kamen ja noch nicht so weit.. Aber ab 2013 nach der Gesetzesnovelle zur Freigabe der Radverkehrsordnung war es schon nervig, ich meine, wir fahren auf dem Rennrad ca. 33km/h – und dann kamen die einfach so an Dir vorbeigezuckelt – ich meine ich bin zwar eine Frau, aber nervig war das schon“ Roger nebenan wird da schon präziser: „Erst haben wir uns noch gewehrt, aber als Einzelner hast Du da keine Chance, die haben einfach mehr Power. Kürzlich hing ich bei Zweien hintendran, das war wie Tempotraining hinterm Moped. Die saßen seelenruhig aufrecht und griffen die Hörnchen an oberster Stelle, und ich hinten dran im Unterlenker, ehrlich zum k..“

Von eine Reihe weiter vorne fügt Frank hinzu:“ Hey ich hab’s satt gegen 70jährige Rennen zu fahren – und vor allem zu verlieren. Epo ist verboten, und die UCI tut nichts gegen den Schwachsinn, das ist unfair. Aber heute schaffen wir es wenigstens bis Beyenburg! Gebt Gas Jungs da vorne! Noch drei Kilometer bis zum Ortschild. Venga!“ Wir gehen noch eine Reihe weiter nach vorne, Jörg reiht sich gerade nach der Führungsarbeit wieder ein. „Sagt mal, was ist denn hier los, wir verstehen nur Bahnhof? Vor was habt Ihr Angst??“ „Perückenträger! Altersheimbewohner, Frührentner, das ganze Pack "

Einfach alle die nach Beyenburg ins Eiscafe wollen

„Hey sagt mal, seit Ihr jetzt vollkommen bekloppt, was habt Ihr geschluckt, seit wann habt Ihr Angst vor dem Treibholz des Treibholz, warum fürchtet Ihr die, die selbst durch den engmaschigsten Filter Eures Staubsaugers fallen?!“ Das Tempo ist inzwischen merklich gestiegen, vorne gehen die Zugmaschinen längst im 7 Sekunden Rhythmus durch den belgischen Kreisel, die Pappmachee Fabrik fliegt vorbei. Plötzlich schreit Rainer aus der letzten Reihe: „Weißkappen von hinten, zwei Stück, schnell näher kommend!!! Haut rein Jungs, wir schaffen das, gebt Gas – nur bis zum Ortsschild! Venga, Venga!!!“

Nun ist auch der letzte aus dem Express im Unterlenker, volles Rohr um die letzte Kurve, Beine wirbeln, Räder Millimeter voneinander entfernt, eine lang gezogene Einerreihe. Eigentlich schön anzuschauen ;-)) Die Kreuzung, noch 300 Meter.. „Schneller, die kommen…“ Alle schalten einen runter, Wiegetritt, die Einerreihe löst sich auf, alle sprinten im Pulk über die imaginäre Ortseingangslinie. Geschafft! Erschöpft lassen alle die Beine hängen, Lungen pfeiffen, leichte Kotzgeräusche weiter hinten..

Und da surren sie auch schon vorbei: ein harmloses Rentnerpärchen mit E-Bikes. Lockeren Trittes bewegen Sie Ihre Beine, der 400Watt Motor im Hinterrad tut sein übriges. Er freut sich, sie hält mit einer Hand die Perücke fest. So Tempo 38 kann schon gefährlich für die Frisur sein.

Tja liebe Leser, da kommt was auf uns zu! In fünf Jahren werden die E-Bikes vollkommen untrainierte Normalos auf Rennniveau beschleunigen. Und wir werden uns mit denen wohl oder übel die Strasse und leider auch den Wald teilen. Nur hinter der Bever werden wir unsere Ruhe haben. Da ist noch Laktatexpress Gebiet! Weil da reichen deren Akkus noch nicht hin. Noch nicht!

Wohl dem der jetzt schon vorausschauend in Beyenburg und Radevormwald eine Akkutankstelle eröffnet. Damit kann man in 10 Jahren mehr Geld machen als mit Cola und Snickers auf Mallorca!

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