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Frankfurter Nicolausduathlon oder was immer Schnee mit Strand zu tun hat.

Als klar war, dass der Wettkampf in winterlichen Verhältnissen stattfinden wird, überschlugen sich die Meldungen in Foren über den angeblich üblen Zustand der Radstrecke. Die Horrormeldungen überschlugen sich: Da war von Stellen mit blanken Eis und von vereisten Spurrillen die Rede.

Als erfahrene Athleten, die eh lieber bei besonderen als bei Nullachtfuffzehn Bedingungen starten, hier sei ein kleiner Querverweis zum Night Rider gestattet, haben wir uns vom ordnungsgemäßen Zustand der Radstrecke lieber selbst überzeugt.

So verbanden wir einen kleinen Shoppingtrip mit einer Streckenbesichtigung der Rad- und Laufstrecke. Wir waren dabei mit den Crossern unterwegs, haben dann aber trotzdem beschlossen, dass bei den vorherrschenden Verhältnissen unsere MTB‘s die bessere Wahl sind. Es wurde auf der Strecke nur eine kurze, wirklich vereiste Passage entschärft indem man absteigen, schieben und aufsteigen musste. Wir haben dann sofort geübt diese Sektion in echter Cyclocrosseraufspring-Manier zu bestreiten. Anschließend haben wir noch die Laufstrecke (2,5K) unter die Hufe genommen, um dort auch die Problemstellen zu erkunden.

Ohne mit der Wimper zu zucken wurde also im Forum die Note abgesetzt, dass die Strecke mit dem Crosser nicht nur fahrbar sei, sondern es gab auch gleich gratis ehrliche Luftdruckempfehlungen dazu. Wir rüsteten derweil die MTBs für ihren Einsatz aus…

Um uns warmzufahren zu können waren wird dann am Sonntag recht früh am Wettkampfort. Doch zunächst fand das Jedermannrennen statt, bei dem natürlich keiner der was auf sich hält, startet. Es würde von einem guten Bekannten gewonnen, der nun keine Ausrede mehr hat am „echten“ Rennen teilzunehmen…

Durch die Umstände, dass der Schnee das Rennen doch langsamer macht, wurde der Start für das Classic Rennen nach hinten verschoben, was für den Spannungsbogen natürlich nicht förderlich war. Wir saßen also im warmen Clubhaus und warten eine gefühlte halbe Ewigkeit ab, doch plötzlich geht alles wieder ganz schnell: Letzter Check der Wechselzone, Entscheidung mit oder ohne Brille (letzteres) und ab in die Startaufstellung. Dort trifft man ohne Vorwarnung alte Bekannte aus dem MTB Bereich: Michael B. aus Butzbach lässt also auch andere Trainingsreize wirken…

markus mutig beinfreiDer „Startschuss“ wird noch ganz traditionell mit einer Klatsche ausgeführt und ich lief los. Der feste Schnee hat sich inzwischen leider in eine Masse verwandelt, die ähnlich einem Sandstrand ist. Der Puls ist also gleich nach 200m auf Anschlag, dabei wollte ich doch wie auf einen 10er loslaufen. Aber auch die Anderen sind schon am keuchen, nichtsdestotrotz finde ich mich Ende der ersten Runde im hinteren Mittelfeld wieder, wobei ich mit der Runde nicht unglücklich bin. In der zweiten Runde fange ich sogar schon an einzusammeln. Sandra knapp hinter mir wird es hoffentlich ähnlich ergehen.

Der erste Wechsel geht gut und obwohl ich mich für Radschuhe mit Überschuhen entschieden habe, brauche ich mit Lauf bis zum Start des Bike-Splits knapp über 25min insgesamt.

Auf dem Rad ging es dann los. Gleich auf den ersten 3 KM habe ich gut 20! Fahrer überholt und bin weiter gut dabei. Leider semmelt es mich gegen Ende in einer Linkskurve hin, voller Laktat durch die Aufholjagt bin ich dann doch zu optimistisch reingefahren. Die zweite Runde war schon schwieriger weil der vormals feste Schnee sich nun auch in den „Sandstrand“ verwandelt hat, der sehr viel Körner (Haha) kostet und so haben sich in der dritten Runde einige Konkurrenten wieder vorbeigeschoben. Hätt ich doch, ja hätt ich doch ein Gel mitgenommen… Richtig Spaß gemacht haben mir aber die Sektionen mit dem Absteigen (es gab noch einen Wendepunkt), bei dem man so richtig Zeit gutmachen konnte, bzw. Leute, die grade noch am Hinterrad klebten abschüttelte, indem man ordentlich Aufsprang und los trat. Dies war ja eigentlich bisher nicht so meine Domäne aber im Rennen ging das super gut! Rennen ist halt das beste Training. Sandra muss hinter mir ein richtiges Feuerwerk abgebrannt haben. Der Fanclub war „deeply impressed“ weil ihr Aufspringen noch besser sitzt als meins. Mit der schnellsten Radzeit aller Frauen kommt sie als Gesamtvierte in die Wechselzone. Sie hat sogar mir ein paar Sekündchen abgenommen! Diesen vierten Platz konnte sie knapp vor der heranstürmenden Julia N. ins Ziel bringen. Sandra hat hier allen Frauen den Schneid abgekauft und sie fragte gleich nach Zielankunft, wo das nächste Crossrennen sei…

Ich war auf der letzten Lauf-Runde damit beschäftigt Angriffe abzuwehren und selbst anzugreifen und zum ersten Mal habe ich erfreulicherweise mehr Läufer in der letzten Runde überholt als selbst überholt zu werden. Mit einem Platz in den Top 50 bin ich sehr zufrieden. Das Rennen hat wieder mal riesig Spaß gebracht und es war ein versöhnlicher Abschluss nach einer durchwachsenen Saison.

Sandra und Markus

hey, nicht gucken, selber mitfahren...

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